
Alles, was man über den Irish Terrier wissen muss: Der Schnell-Check von A–Z
Die Grande Dame der IT-Zucht, Gräfin Stauffenberg, schrieb:
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„Der Irish Terrier ist ein Hund für jedermann. Den Älteren hält er jung, für einen Menschen ohne Freude ist er ein Lichtblick, dem Überforderten verschafft er Entspannung und Ausgleich, Einsamen gibt er einen Lebensinhalt. Eine wirklich wundervolle Rasse!“
Dieser Beschreibung können wir grundsätzlich zustimmen, besonders das „Eine wirklich wundervolle Rasse!“. Jedoch halten wir das „jedermann“ für unangebracht. Das Gegenteil ist der Fall! Der Irish ist sicherlich kein Hund für jedermann. Gibt es überhaupt einen (Rasse)Hund für „jedermann“? Jeder Mensch hat seine eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen, was ein Hund leisten soll und kann, wie der Hund in das eigene Leben passt, welche Charaktereigenschaften der Hund haben sollte und wie Mensch dem Hund gerecht werden kann.
Menschen, die absoluten Gehorsam wünschen, Menschen, die ein „Monchichi“ wollen, Menschen, die Mainstream mögen und Menschen, die einen Hund als Statussymbol oder zur Ego-Aufpolierung besitzen möchten, werden mit einem Irish unglücklich. Und umgekehrt.
Ob ein Irish Terrier zu Dir passt, von seiner Art und seinen Ansprüchen an Haltung und Unterhaltung, zeigt Dir der Schnell-Check, in dem wir die wichtigsten Fragen aus unserer Erfahrung heraus beantworten.
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Sicherlich kann man den individuellen Irish Terrier nicht mit all seinen Rassekollegen über einen Kamm scheren. Jeder hat seine Eigenarten, Vorlieben und seinen ganz individuellen Charakter. Dennoch gibt es so etwas wie ein Muster, nach der ein Gros der Irish Terrier tickt. Die allermeisten sind absolut menschenbezogen, verschmust, kinderlieb und loyal zu ihrer Familie. Im Freien sind sie meist energetisch, sportiv, neugierig unterwegs und nicht unbedingt folgsam auf den ersten Pfiff. Wenige Irish Terrier sind Wasserratten und dennoch gibt es welche, die dieses Element lieben und keine Scheu haben, ja sogar Wassersport mitmachen. Ihr seht, pauschale Aussagen sind immer schwierig und können nur über die ganze Rasse betrachtet gemacht werden. Das Individuum kann ähnlich wie das Gros sein, muss aber nicht. ​

EIN HIMMLISCHER HUND
„… und dann merkt man, dass man lange Zeit einen Engel beherbergt hat, ohne es zu wissen.“
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schwärmt Robert Leighton über den Irish Terrier in „Dogs and All About Them“
Der Irish Terrier im Check – ganz subjektiv
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Eindeutig ja! Wir haben schon viele Irish Welpen auch in hundeunerfahrene Hände abgegeben. Bis auf wenige Einzelfälle in unserer fast 25-jährigen Karriere als Züchter sind alle Familien, Paare und Einzelpersonen mit ihren Welpen zurechtgekommen. Und alle Welpen haben sich zu prima Irish Terriern entwickelt, da sie auch robust genug sind, um Fehler, Inkonsistenzen und Inkonsequenzen bei der Erziehung zu verkraften und zu verzeihen. Wichtig bei der Erziehung sind Liebe, Konsequenz und eine gute Hundeschule, die nicht der Soft-Fraktion „antiautoritär“ aber auch nicht der Hardcore-Fraktion angehört. Sucht Euch eine Hundeschule, die Erfahrung mit Terriern haben und die wissen, wie mit Irish Terriern umzugehen ist. Weitere Anregungen zu diesem Thema findet ihr unter „Vom Wunsch zum Welpen“ und unter „Vom Welpen zum Junghund“
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Das Wichtigste für einen Irish ist nicht das Raumangebot, sondern dass er bei seinen Menschen sein darf und vom Kopf her ausgelastet ist. Wir haben schon einige Hunde in Familien abgegeben, die in Wohnungen in Großstädten leben. Solange der Irish genügend Auslauf und Zuwendung hat, ist es ihm egal, ob er in der Stadt, im Dorf oder auf einem Campingplatz lebt. Der Irish passt sich an, er ist genügsam und im Grunde seines Herzens völlig anspruchslos an seine Umwelt. Der Irish ist sogar ein sehr angenehmer Wohnungshund, da er sich hier eher ruhig verhält und höflich zu den anderen Hausbewohnern ist. Wenn man ihn allerdings fragte, würde er wohl ein Herumstreunen im Wald oder im eigenen Garten, auf einem Bauernhof oder einem Gestüt bevorzugen.
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Irish Terrier machen mit ihren Menschen alles mit: Sie sind tolerant kleinen Kindern gegenüber, sie sind aufmerksame Mit-Gastgeber bei lauten Parties, sie sind gerne auch in hektischen Büros mit dabei und halten gut den Stress einer Großstadt aus – vorausgesetzt, man hat sie von klein auf damit vertraut gemacht. Sie sind Hunde mit einer geringen Empfindlichkeit ohne dabei unsensibel zu sein. Irish sind unbekümmert, tolerant, widerstandsfähig und manchmal sogar dickhäutig. Und so können sie sehr gut mit einem lauten, chaotischen Haushalt und einem durchsetzungsstarken Besitzer umgehen.
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Der Irish Terrier ist ein ausgesprochen liebenswerter und loyaler Familienhund, der sich außerordentlich an seine Menschen bindet und diese aus tiefstem Herzen liebt. Ihr fühlt er sich verpflichtet, passt auf sie auf und stellt sich mutig einer drohenden Gefahr. Freunde und Verwandte begrüßt er überschwänglich, wobei er eine hervorragende Menschenkenntnis besitzt und denjenigen aus dem Weg geht und aufmerksam im Auge behält, die er für nicht astrein hält. Er ist kein Hund, für den es nur die eine Person gibt. Nein, er fühlt sich in der Familie pudelwohl und weiß sehr wohl von jedem einzelnen das Beste zu fordern. In der Regel liebt er Kinder über alles und ist ihnen ein geduldiger und toleranter Spielgefährte. Als Allrounder macht er zudem alle Familienaktivitäten mit: ob Urlaub, Sport, Restaurantbesuche oder Parties zuhause. Ja, der Irish ist ein toller Familienhund, gerade für aktive Menschen.
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Die Irish Terrier haben die Kinderfreundlichkeit erfunden! Sie sind sanft und unglaublich tolerant zu Kindern, dabei robust genug, um laute Kinderschreie und unbeholfenes Spielen stoisch zu ertragen. Je früher Irish Terrier Welpen mit Kindern spielen und leben dürfen, umso besser können sie sich an sie gewöhnen und umso stressresistenter werden sie. Vorsicht, wenn er z.B. im Welpen- und Junghundealter keine oder gar schlechte Erfahrungen mit Kindern machen durfte. Egal welche Rasse oder welcher Rassetyp, alle Hunde haben starke Kiefer, scharfe spitze Zähne und können unter stressigen Umständen beißen. Junge Kinder und Hunde sollten deshalb immer von einem Erwachsenen beaufsichtigt werden und nie alleine gelassen werden.
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Mit seinem untrüglichen Instinkt kann er Menschen recht schnell als Freunde oder Feinde der Familie einschätzen. Auch ihm bisher unbekannte „Freunde“ werden schwanzwedelnd und springend begrüßt. „Feinden“ hingegen wird misstrausich und beobachtend, evtl. mutig und drohend bellend, jedoch nie aktiv aggressiv, begegnet. Ein Irish, der als Welpe viele verschiedene Menschen kennenlernen durfte, wird als erwachsener Hund besser und aufgeschlossener auf Fremde reagieren.
- 07
Irish sind wirklich intelligente Hunde. Sie sind einfach zu trainieren, wenn sie Spaß dabei haben und einen Sinn darin erkennen. Sie sind sehr schnell in der Lage, eine Verbindung zwischen einer Aufforderung, einer Handlung und einer Konsequenz (Leckerchen) zu bilden. Irish Terrier Welpen sind meistens die Musterschüler und Streber in der Hundeschule, weil sie ganz flink kapieren, was von ihnen verlangt wird. Sie sind aber auch ebenso schnell gelangweilt und suchen sich neue Beschäftigungen bzw. lassen sich leicht ablenken. Mit liebevoller Konsequenz und mit dem Setzen von Grenzen, kann man Irish durchaus gut erziehen. Aber immer dran denken, dass die Natur sie zum Durchsetzen geschaffen hat. So behalten Irish ihr Leben lang ihren eigenen Kopf. Wer das nicht akzeptiert und stets 100% Gehorsam verlangt, der wird mit dieser Rasse nicht glücklich.
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Wir sind klare Gegner einer Kastration aus Bequemlichkeitsgründen oder aus dem Irrglauben, dominate Hunde durch eine Kastration in ihrem Verhalten ändern zu können. Letzteres kann, wird aber in der Regel nicht eintreffen. Zudem kann man das gewünschte Ergebnis zuerst einmal über eine chemische Kastration testen. Kastriert ist kastriert, und man fängt sich meist viele unerwünschte Nebeneffekte ein.
Aus unserer Erfahrung sollte man zuerst den Trainer wechseln und eine andere Art der Erziehung probieren, bevor man den chirurgischen Eingriff vornimmt. Was in der Präge- und Erziehungsphase falsch lief, wird eine Kastration nicht wieder gut machen können.
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Freundlichkeit gegenüber Hunden und Freundlichkeit gegenüber Menschen sind zwei völlig verschiedene Dinge. Der Irish Terrier ist kein Meutehund! „Devot“ und „zurückhaltend“ gehören nicht unbedingt zum Vokabular eines Irish Terriers. Die Natur hat ihn zum Sichdurchsetzen auf der Jagd und auf dem Hof erschaffen. Entsprechend ist er anderen Hunden von Natur aus zuerst einmal nicht freundschaftlich gesinnt. Lernt der Irish Welpe spielerisch den positiven Umgang mit Artgenossen in einer guten Hundeschule und macht er in der Folgezeit gute Erfahrungen, dann kommt er auch mit anderen Fellnasen gut aus – solange er nicht provoziert oder attackiert wird. Dann wird aus dem Gentleman plötzlich der Daredevil, der immer noch in ihm steckt.
- 10
Der Irish ist eine ausgeglichene Rasse und verträgt durchaus auch das Alleinsein in Maßen, wenn er von klein auf daran gewöhnt wurde. Er ist jedoch kein Dauerschläfer, der den ganzen Tag dösend verbringt und auf seinen Herrn wartet, bis er von der Arbeit nach Hause kommt. Wir empfehlen, gerade junge Hunde, die noch viele Flausen im Kopf haben, langsam und in Etappen an die Hundebox zu gewöhnen, wo sie mit einem leckeren Schweineohr oder Ochsenziemer beschäftigt, sich wie von selbst an langweilige Stunden gewöhnen können. Aber auch mit einem Schweineohr sollte der Welpe nicht den ganzen Vormittag alleine in der Box verbringen müssen. Zwingerhaltung ist zudem für einen Irish absolut tabu. Er würde verkümmern bzw. schnell unter Hospitalismus leiden.
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Nein, der Irish Terrier hat keinen Fellwechsel. Sein Fell muss ca. drei- bis viermal im Jahr getrimmt werden. Dabei wird das abgestorbene Deckhaar von Hand rausgezupft und es verbleibt lediglich die dichte Unterwolle (siehe Kapitel „Trimmen“). Langsam wächst dann das neue Deckhaar wieder nach, das dann nach ca. 3 bis 4 Monaten wieder herausgetrimmt werden muss. Sobald sich das lange Haar am Irish scheitelt bzw. wenn man vermehrt Hundehaar auf dem Boden findet, dann ist wieder Trimmen angesagt. Der Irish Terrier kommt also leider nicht „ungeschoren“ davon ... ;)
Frisch getrimmt und die ersten beiden Monate danach findet man kaum Haare vom Irish. Und noch etwas: Irish Terrier haben keinen ausgeprägten Geruch. Ein Züchterkollege sagte einmal: „Sie duften nach einem herben Männerparfum ... “. Eau d’Irlande, c’est manifique ...
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Ja und nein.
Ja: die Woche über reicht einmal durchbürsten und kämmen. Der Irish wird nicht gebadet, es sei denn, er hat sich in wohlduftender Losung auf Feld und im Wald geaalt.
Nein: er muss drei- bis viermal im Jahr getrimmt werden, was je nach Fellqualität und Erfahrung des Trimmers zwischen 2 und 4 Stunden dauern kann. Danach hat man allerdings auch wieder für 3 bis 4 Monate seine Ruhe und ein sauberes Zuhause. Ist man etwas fleißiger, dann legt man sich ein Rolling Coat an und hält dieses alle 2–3 Wochen durch leichtes Übertrimmen in Schuss. So hat man immer einen gepflegten Irish Terrier. Wie das geht, das zeigt dir Jörg gerne in einem seiner Trimmseminare.
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Ein eindeutiges Ja! Wir haben in der Rasse zwei Dispositionen: die Digitale Hyperkeratose (Corny Feet) und die Cystinurie. Unter „Gesundheit“ findet ihr weitere, ausführliche Informationen. Eine Garantie auf Gesundheit kann kein seriöser Züchter geben. Und wenn doch, dann lasst die Finger von diesem Züchter! Über die ganze Rasse betrachtet, sind die Irish normalerweise wirklich bis ins hohe Alter fit. Für ihre Größe haben Irish eine recht hohe Lebenserwartung: Sie erreichen im Durchschnitt etwa ein Alter von 14 bis 15 Jahren.
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Irish sind agile, aktive Hunde. Hält man sich an die Fütterungsempfehlung beim Trockenfutter oder an die Formel fürs Barfen, sollte der Irish bis ins hohe Alter eine gute Figur haben.
Die Rippen eines gesunden Irish Terriers sollten deutlich spürbar, aber nie sichtbar sein. Ebenso sollte eine Taille deutlich sichtbar sein, wenn man den Hund von oben betrachtet.
Der Irish ist eine elegante Erscheinung, und seine Silhouette sollte an die eines edlen Rennpferdes erinnern und nicht an die eines Kaltblüters.
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Der Irish Terrier hat eine attraktive Größe zwischen Airdale und Foxterrier – sein Stockmaß sollte ca. kniehoch sein. Im Standard stehen 45 cm Schulterhöhe für Rüden und Hündinnen. Die meisten Rüden haben Maße von ca. 48 bis 50 cm und die meisten Hündinnen eine Größe zwischen 46 und 48 cm. Je nach Größe, Gewicht und Geschlecht hat ein Irish Terrier einen Brustumfang von 56 bis 62 cm und einen Halsumfang von 32 bis 35 cm.
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Es gibt fünf unterschiedliche Arten von Intelligenz: die instinktmäßige Intelligenz, die auf ererbten Fähigkeiten gründet; die adaptive Intelligenz, die erlernte Fähigkeiten beinhaltet; darüber hinaus noch die Arbeitsintelligenz sowie die Gehorsamsintelligenz – und nicht zu vergessen – ja, auch bei Hunden – die emotionale Intelligenz. Der Irish ist unterschiedlich begabt: am schwersten tut er sich mit dem Gehorsam. Entscheidend ist aber doch, was genau wollt ihr denn von ihm? Was soll er erfüllen? Hunde generell haben die Intelligenz von etwa zwei- bis dreijährigen Kindern. Von denen darf man doch auch nicht erwarten, dass sie alles zu 100 % erfüllen und rein rational handeln, oder? Das genau macht sie doch auch so liebenswert. Also, lasst Hund Hund sein. In den Welpengruppen sowie beim Training auf dem Hundeplatz zählen die Irish zu den Klassenprimi und zu den Strebern. Irish Terrier sind schlau wie ein Fuchs und werden euch mit ihrem Pfiff täglich überraschen. Versprochen! Wir jedenfalls kennen einige Irish, die DEUTLICH intelligenter sind als manch unserer Zeitgenossen und bei der emotionalen Intelligenz schlagen die Irish die meisten Menschen ... :)
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Irish sind Hunde! (ach, was!), sie sind Terrier und sie wurden unter anderem auch dafür gezüchtet zu jagen. Ihr Trieb zu jagen ist aber nicht so stark ausgeprägt wie zum Beispiel beim Deutschen Jagdterrier oder beim Parson Russell. Zudem fördern wir den Jagdtrieb bei der Aufzucht der Welpen nicht und selektieren auch nicht nach jagdlichen Aspekten. Züchter, die ihre Hunde jagdlich führen und eine jagdliche Leistungszucht haben, geben ihre Welpen dann auch völlig zurecht überwiegend in Jägerhände ab, wo das Jagdverhalten gefördert und gelenkt wird.
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Ja, der Irish ist ein Hund. Und damit hat er von Natur aus die Berechtigung zum Bellen! Besonders, wenn er was hört, er Gefahr wittert, auf der Jagd ist (Hetzlaut) oder auch einfach nur aus Spaß beim Spiel. Wem das nicht passt, der möge bitte auf eine andere Tiergattung zurückgreifen – Chamäleons bellen unseres Wissens recht wenig.
Im Ernst: Da der Irish auch Aufgaben als Wachhund hatte, liegt ihm das Bellen natürlich im Blut. Im Gegensatz zu anderen Rassen ist er allerdings kein Kläffer und erst recht kein Dauerkläffer. Er schlägt nur dann an, wenn es nötig ist. Und genau das soll er.
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Pardon? Der Irish Terrier hat keine Wabber-Lefzen und sabbert auch nicht. Es sind sehr reinliche Tiere, die jedem Ästheten und Sauberkeitsfanatiker das Herz höher schlagen lassen. Trinkt der Irish Wasser, können in seinem Bart natürlich Wassertropfen hängen bleiben, die dann zu Boden fallen. That’s all.
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Irish Terrier sind freier und unabhängiger als andere Hunde. Sie müssen einfach ihrer Nase folgen oder dem Hasen, der gerade über den Pfad gelaufen ist, selbst wenn es bedeutet, dass er dich dabei zurücklässt. Dafür sind sie einfach zu neugierig, und es könnte ja auch einen Heidenspaß machen, ein paar Rebhühner, Karnickel oder Mäuse aufzustöbern und ihnen den Garaus zu machen. Oder mal gucken, was in der Nachbarschaft so los ist. Vielleicht fällt irgendwo ein Leckerlie ab? Oder gibt es da hinten nicht eine Rauferei, bei der man mal die anderen ordentlich aufmischen könnte? Deshalb unser Tipp: Laste deinen Irish ordentlich aus, halte ihn unter Kontrolle und zäune dein Grundstück mit einem mindestens 1,60 m hohen Zaun ein, der gut mit dem Untergrund verankert ist, denn es gibt auch Irish Terrier, die gerne buddeln ...
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Einige Rassen kommen mit einem täglichen, gemächlichen Abendspaziergang um den Block aus. Andere brauchen viel Bewegung und mentale Auslastung. Erhalten Sie diese nicht, können diese Rassen ihre aufgestaute Energie auf eine Weise ablassen, die Ihr vielleicht nicht mögen werdet, wie z.B. Bellen, Möbel anknabbern und Löcher im Garten graben.
Irish Terrier sind energetische Hunde und hervorragend geeignet für Outdoorsportler, aktive Menschen oder solche, die ihren Hund in einem anspruchsvollen Hundesport, wie z.B. Agility, führen wollen.
Keine Sorge, Irish Terrier wollen zwar ihre ausreichende tägliche Bewegung und ihre Beschäftigung, sind aber bei weitem nicht so anspruchsvoll wie z. B. die Energiebündel Border Collie, Australian Shepherd, Jack Russell oder Welsh Terrier. Bewertet Euer eigenes Aktivitätsniveau und Euren Lebensstil und überlegt, ob Ihr einen energetischen Hund wie den Irish als belebend oder störend empfindet.
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Ein Irish Terrier ist immer für einen Schabernack, Spiel oder Abenteuer zu haben; dennoch ist er aber auch vor allem im Haus ein ruhiger Zeitgenosse, und er weiß, wann es gerade nicht zum Spielen passt. Vieles hängt auch davon ab, wie Ihr euren Irish erzieht und prägt. Wenn ihr von Anfang an das volle Programm mit ihm macht von „Welpenspielstunde“, „musikalischer Früherziehung“ bis hin zu „Babyschwimmen“, dann wundert euch nicht, wenn der Irish genau dies auch ständig fordert. Wenn ihr dem gerecht werden könnt, prima! Wenn nicht, dann passt die Aufmerksamkeit, die ihr dem Irish widmen könnt, eurer Zeit an. Der Irish ist sicherlich dankbar und macht Spiele gerne mit. Intelligent und ausdauernd ist er ja, um ein aufmerksamer Spielgefährte zu sein.
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Unsere definitiv nicht. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel (siehe Familienalbum). Wir haben schon alles probiert: Stöckchen ins Wasser geworfen, gelockt mit Würstchen, den Köter ins Wasser getragen. Schwimmen konnten alle. Aber nicht mit Vergnügen. Ist ja auch kein Wunder. Es sind Terrier! Von lateinisch Terra = Erde. Ja, es gibt Irish, die vielleicht sogar gerne schwimmen. In ihren ursrpünglichen Genen liegt diese Affinität jedoch nicht. Auch bei Regen können Irish Terrier gefühlt 24 Stunden ihre Blase unter Kontrolle halten. Und um Pfützen machen sie wie selbstverständlich einen Bogen. Und wenn ihre Pfoten mal nass werden, dann schauen sie einen an und haben ein „Iiiiiiiiiiiiiieh“ in ihrem Gesichtsausdruck. Nein, Wasser ist eher nicht ihr Element.
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Bei heißem Wetter werden unsere Irish auch träge und verziehen sich in den Schatten bzw. liegen auf kühlenden Fliesen. Dennoch sind sie gerne mit dabei, wenn es auf Tour geht. Auch hier gilt, dass der Irish anspruchslos, robust und tolerant ist. Bei heißem Wetter und auch bei Sonnenschein mit niedrigeren Temperaturen – und das sollte nun wirklich jedes Kind wissen – darf kein Hund, auch kein Irish, im Auto bleiben, denn es droht innerhalb weniger Minuten ein Hitzeschlag. Also, nimm deinen Irish bei heißem Wetter mit, meide zu große Anstrengungen, sorge für Schatten und ausreichend Wasser und genieße das Leben in der Sonne!
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Verfügt der Irish über die korrekte doppelte Behaarung mit wärmender Unterwolle und schützendem, harten, regenabweisenden Deckhaar, kann er im Winter ohne Probleme und ohne Mantel auf seinen Spaziergängen zurechtkommen. Solange sich der Irish bewegen und sich damit quasi von innen wärmen kann, macht ihm Kälte nicht wirklich etwas aus. Das Leben auf irischen Bauernhöfen haben den Irish zu einer anspruchslosen und robusten Rasse werden lassen. Ein Husky ist er allerdings nicht, so dass er nicht stundenlang bei eisiger Kälte draußen verweilen sollte.
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Jein. Der Irish gehört nicht zu den anerkannten Jagdhunderassen. Dennoch schätzen ihn einige Jäger sehr und führen ihren Irish jagdlich. Er scheint beim Jagen neben einer sehr guten Nase auch einen Tick mehr Grips zu haben als andere Jagdhunderassen. Wir haben aber auch schon von Irish Terriern gehört, die gar kein Interesse an der Jagd zeigten. Hier kommt dann wieder der Allrounder durch, denn die Irish sind ja nicht ausschließlich zum jagdlichen Einsatz gezüchtet worden. Wer einen Irish zur Jagd haben möchte, der sollte sich bei Züchtern umschauen, die ihre Zucht auch jagdlich ausgerichtet haben, bzw. eine jagdliche Leistungszucht haben und entsprechend die Elterntiere selektieren.
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Auch hier gibt es keine pauschale Antwort, denn der Preis ist von vielen Faktoren abhängig:
• wieviel investiert der Züchter in seine Hunde (Wahl des Deckrüden, Importhunde, Ausstattung, Aufzucht, Ausstellungen, Futter, ... ).
• führt der Züchter die Mehrwertsteuer ab oder nicht (seit 2021 Pflicht!)
• ist der Züchter noch wenig bekannt und hat dadurch ggf. Absatzprobleme
• in welchem Land wird der Hund gekauft (große Preisunterschiede!)
• ist der Züchter wirklich nach dem Kauf noch kompetenter und hilfreicher Ansprechpartner
Ganz grob gesagt, liegen die Preise national wie international momentan zwischen 2.500 und 3.600 Euro. Der Preis sollte jedoch nicht der entscheidende Faktor sein. Unsere Gedanken hierzu findet ihr in einem lesenswerten Beitrag unter www.caramels-irishterrier.de/welpenpreis
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Ein leidiges (Schönheits-)Problem haben wir leider bei den Irish Terriern: die Ohren! Die allermeisten Irish haben keine Naturohren, die von sich aus wie im Rassestandard gewünscht, flach auf dem Kopf aufliegen und mit den Ohrenspitzen zu den Augenwinkeln zeigen. Gerade die Ohren machen jedoch den kecken Ausdruck des Irish Terriers aus. In der Vergangenheit haben die Züchter offensichtlich nicht auf Naturohren selektiert. Aus verständlichen Gründen, denn wie es so schön heißt: „Der Hund läuft nicht auf den Ohren.“, will heißen, das Gangwerk, das korrekte Gebäude und andere Aspekte wie ein gutes Fell, ein schöner Ausdruck des Kopfes sowie ein gutes Temperament waren wichtiger bei der Selektion und Zucht als perfekt getragene Ohren. Also hat man mit Kleben den Ohren dahingehend geholfen, dass sie rassegerecht fallen.
Wir kleben den Welpen und Junghunden nur dann die Ohren, wenn es 1. die Besitzer wünschen und 2. wenn wir es für notwendig halten. Prophylaktisch bei der Welpenabgabe, wie es einige Zuchtstätten tun, kleben wir nicht.
Wir versuchen „stabile“ Ohren zu züchten. Leider gelingt uns das auch nicht permanent, denn es kommt immer mal wieder vor, dass schlechte Ohren sich „durchmendeln“. Das Ziel ist es natürlich, mit Hunden zu züchten, die gar keiner oder nur einer kleinen Korrektur bedurften, um so über die Generationen bessere, unproblematischere Ohren in der Rasse zu manifestieren.
Was genau wird eigentlich beim Kleben gemacht? Man fixiert mit einem Spezialkleber, der meistens auf Latex-Basis hergestellt wurde, die Ohren für eine geraume Zeit (ca. zwei Wochen) in der perfekten Stellung mit dem Oberkopf. Dabei werden die Haare der inneren Ohrlappen mit dem Fell am Kopf verklebt. Die tragenden Knicke und Falten werden in Form gebracht und man hofft, dass der Knorpel dann in dieser Form sich festigt und dauerhaft bleibt. Ähnlich wie eine Zahnspange beim Menschen ist das für den Hund störend aber nicht schmerzhaft. Manchmal hat man es nach einem Mal Kleben schon geschafft, manchmal muss man zwei-, dreimal kleben und manchmal hat auch das häufigste Kleben der Ohren keinen Erfolg, und sie hängen entweder wie bei einem Dackel oder stehen wie bei einem Schäferhund. Eine Garantie auf schöne Ohren gibt es leider nicht. Der Liebe zum Tier sollte es keinen Abbruch tun. Und dem Hund ist es sowieso egal ...