
Historie & Rassestandard
des Irish Terriers
Der Standard des Irish Terriers, also die Rassebeschreibung, wurde in seinem Ursprungsland Irland definiert. Dieser gültige Originalstandard setzt die Normen und Maßstäbe für einen „idealen“ Irish Terrier und ist quasi eine Art Steckbrief bzw. ein essenzielles Rasseporträt. Die einzelnen Punkte sind dabei eher als Orientierung zu verstehen und werden je nach Land und Züchter individuell interpretiert. DEN Irish wird es wohl nie geben, und das ist gut so, denn das erhält die Vielfalt.Bei allem Rassestandard ist es für uns das Wichtigste, gesunde und wesensfeste Hunde zu züchten. Wenn sie dann auch noch schön werden, dann haben wir einen guten Job gemacht.
Uns liegt wirklich viel daran, diese wunderbare Rasse zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dabei gilt es auch, seinen Ursprung, seine Historie zu verstehen und zu beachten.




Die Geschichte der Rasse
Irish Terrier
Der Irish Terrier ist eine der ältesten Terrierrassen
Die Iren behaupten über den Irish, die Rasse sei so alt wie die Insel selbst und von Kobolden erschaffen worden – so die überlieferte Geschichte. Als gesichert gelten kann dagegen, dass der Irish Terrier wahrscheinlich eine der ältesten Terrierrassen ist. In Irland wurden vier Terrierrassen gezüchtet, die sich in Art und Wesen von den Terriern des europäischen Festlandes und Großbritannien unterscheiden. Als einer der Vorfahren hatte der Irish vermutlich den ausgestorbenen Black and Tan Terrier und einen größeren weizen-farbenen Terrier. Bis 1880 war die Farbe der Irish Terrier entsprechend ziemlich uneinheitlich. Aufgrund der recht unterschiedlichen Vorfahren waren sie neben rot gelegentlich auch schwarz-loh (black and tan) gefärbt oder auch gestromt. Schwarz-loh und gestromt versuchte man züchterisch gänzlich durch weizen, rot-weizen und rot zu ersetzen. Im Lauf der Geschichte und vor allem vom Beginn des 20. Jahrhunderts an setzte sich Rot als Farbe durch, das von einem hellen Orange bis hin zu einem Dunkelrot reichen kann. Die ebenfalls erlaubte Farbe Weizen ist mittlerweile nahezu ausgestorben.
Turbulente Anfangsjahre
Der Irish Terrier erschien 1875 zum ersten Mal als anerkannte Rasse auf einer Hundeausstellung in Schottland. Ein Jahr später wurden „Banshee“ und „Spuds“ auf einer Ausstellung in Brighton vorgeführt. Die Farbe war recht uneinheitlich, die Größe variierte stark und generell war das gesamte Erscheinungsbild noch ziemlich unausgegoren. Ein Züchter namens G. R. Krehl definierte schließlich einen Standard (FCI 139), der bis heute der Maßstab für Zucht und Show darstellt (wobei es hier viel Interpretationsspielraum seitens der Züchter und Richter gibt). Parallel dazu existiert auch ein Amerikanischer Standard, der leichte Abweichungen vom Original aufweist. Erstklassiges „Zuchtmaterial“ wurde im ersten Weltkrieg von Irland nach Amerika verkauft, wo die Irish dann dort sehr typvolle Nachzuchten hervorbrachten und die Qualität der Rasse in den USA enorm verbesserten.
Zurück zum Ursprung der Rasse Irish Terrier: Ab 1879 bringen die beiden irischen Terrier Ch. Erin und Killney Boy viele Champion-Nachzuchten hervor und gelten somit als die „Eltern“ der Rasse. 1879 wurde der Irish Terrier Club in Dublin ins Leben gerufen. Die Rasse war die erste irische Terrierrasse, die vom englischen Kennel Club anerkannt wurde.
Die 1880er Jahre standen dann in Großbritannien im Zeichen der Irish Terrier. Während dieser Zeit waren sie die viertbeliebteste Rasse! In dieser Dekade kam es zu großen Veränderungen im Erscheinungsbild: Es war damals noch üblich, die Ohren von Terriern und einigen anderen Rassen zu kupieren, aber im Jahr 1889 verlangte der Irish Terrier Club, dass alle Hunde, die nach dem 31.12.1889 geboren wurden, unkupierte Ohren haben mussten, wenn sie unter den Regeln des Kennel Club ausgestellt werden sollten. Der Aufschrei war groß, führte jedoch schließlich dazu, dass in Großbritannien keine kupierten Ohren mehr für alle Rassen zulässig waren. Bis zum Kupierverbot der Rute dauerte es allerdings mehr als hundert Jahre. In Deutschland werden Ruten seit 1998 generell nicht mehr kupiert (außer bei manch jagdlich geführten Rassen, zu denen die Irish Terrier nicht zählen).
Der Irish Terrier erobert die Welt und die Herzen der Menschen
Die Rasse der Irish Terrier verbreitete sich schnell in die Vereinigten Staaten und auf dem Kontinent. Der erste Irish Terrier wurde 1881 auf der Westminster Kennel Club Show gezeigt, und der erste irische Terrier, der beim American Kennel Club registriert war, war Aileen im Jahr 1885. Der Irish Terrier Club of America wurde 1896 gegründet.
Im Ersten Weltkrieg zeichneten sich Irish Terrier als Botenhunde und Wächter aus und erhielten viele Auszeichnungen für ihre Tapferkeit, Intelligenz und Loyalität. Der Kommandant der britischen War Dog School, Oberstleutnant EH Richardson, schrieb über sie: „Viele Soldaten sind heute durch den Einsatz eines dieser Terrier am Leben ... Sie sind außerordentlich intelligent, treu und ehrlich. Einem Mann, der einen von ihnen als Begleiter hat, wird niemals ein wahrer Freund fehlen.“
Aus dieser Zeit stammt der Ruf des Irish Terriers, ein „Daredevil“, ein Teufelskerl, ein Draufgänger zu sein, der keinem Kampf aus dem Weg geht und leicht in eine Rauferei mit Artgenossen gerät. Bis in die 1990er Jahre genoss der Irish nicht den besten Ruf: Noch heute findet man in vielen Hunde-Enzyklopädien viele Vorurteile, falsche Darstellungen und überholte Klischees über die Rasse. Dank sorgsamer Selektion vieler engagierter Züchter im In- und Ausland ist es über die Generationen gelungen, das Temperament des Irish auf ein gemäßigtes und zeitgemäßes Niveau zu senken, so dass wir heute einen ausgeglichenen Familien- und Begleithund haben, der vielseitig eingesetzt werden kann. Der Irish kann seine Gene nicht verleugnen und so zeigt er zwar nach wie vor Mut und Entschlossenheit, wenn er provoziert wird, geht jedoch unnötigen Kämpfen aus dem Weg.
Aus dem rauhen irischen Teufelskerl ist somit über die Jahrzehnte ein wunderbar eigenständiger und eigensinniger Familienhund geworden, der als Allrounder seine Familie durch dick und dünn begleitet.
Und warum der Irish nun auch der richtige Hund für dich sein kann, das erfährst du unter „Schnell-Check“.




Der Rassestandard des
Irish Terriers
FCI - Standard Nr. 139 / 30.08.2002 / D
Übersetzung: Frau Elke Peper
Ursprung: Irland
Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: 13.03.2001
Verwendung des Irish Terriers
Vielseitig verwendbarer Hofhund, Familienhund, Wachhund, der Gefahren oder Verletzungen mit äußerster Verachtung begegnet; geeignet für die Jagd und die Arbeit nach dem Schuss.
Klassifikation
F.C.I.Gruppe 3 Terrier.
Sektion 1 Hochläufige Terrier.
Ohne Arbeitsprüfung.
Kurzer geschichtlicher Überblick der Rasse Irish Terrier
Irland hat vier Terrierrassen hervorgebracht, die sich alle deutlich von den Terrierrassen des Kontinents und Englands unterscheiden. Die in der heutigen Zeit offiziell als „Irish Terrier“ bezeichnete Rasse ist möglicherweise die älteste der irischen Terrierrassen, jedoch sind schriftliche Hinweise so selten, dass dies schwerlich schlüssig zu beweisen wäre.
Vor dem Jahre 1880 war die Farbe der Irisch Terrier noch recht uneinheitlich. Außer rot waren sie gelegentlich auch schwarz-loh gefärbt oder auch von gestromter Farbe. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts bemühte man sich, die Farben Schwarz-loh und Gestromt züchterisch zu eliminieren, und so zeigten alle Irish Terrier vom Beginn des 20. Jahrhunderts an eine rote Farbe.
Rote Irish Terrier traten bald in England und in den USA auch im Ausstellungsring in Erscheinung, wo sie begeistert aufgenommen wurden.
Ihr guter Ruf gewann noch hinzu, als sie im ersten Weltkrieg bei furchterregendem Lärm in den Wirrnissen des Grabenkrieges als Botenhunde eingesetzt wurden und dort sowohl ihre Intelligenz als auch ihre Furchtlosigkeit unter Beweis stellten.
Der erste Rassespezialklub für Irish Terrier wurde am 31. März 1879 in Dublin gegründet; außerdem war der Irish Terrier die erste Terrierrasse, die vom englischen Kennel Club als solche mit Irland als Ursprungsland offiziell anerkannt wurde.
Allgemeines Erscheinungsbild eines Irish Terriers
Der Irish Terrier muss aktiv, lebhaft, geschmeidig und drahtig erscheinen und viel Substanz haben, ohne dabei jegliche Unbeholfenheit erkennen zu lassen, denn sowohl Geschwindigkeit und Ausdauer als auch Kraft sind für die Rasse von essentieller Bedeutung. Der Irish Terrier darf weder unbeholfen noch unförmig wirken; die Umrisse seines Körpers und seine Gestalt sollten Schnelligkeit, Anmut und Flüchtigkeit demonstrieren.
Verhalten / Charakter (Wesen) eines Irish Terriers
Der Irish Terrier ist, obwohl entschlossen und fähig, sich anderen Hunden gegenüber zu behaupten, bemerkenswert treu, gutmütig und dem Menschen liebevoll zugetan; wenn er angegriffen wird, zeigt er jedoch Löwenmut und kämpft bis zum bitteren Ende.
Fälschlicherweise wird dem Irish Terrier nachgesagt, er gerate leicht, manchmal sogar im Ausstellungsring, in Streit mit anderen Hunden. Obwohl er keiner Auseinandersetzung aus dem Wege geht, wenn die Umstände es erfordern, so ist der Irish Terrier doch leicht zu erziehen und ein umgänglicher Haushund; er verkörpert somit noch immer die Eigenschaften, die ihn, den früheren Beschreibungen entsprechend, zum „Wächter der armen Leute, zum Freund der Bauern und zum Liebling der vornehmen Herren“ hatten werden lassen.
Kopf eines Irish Terriers
Lang, ohne Falten.
Schädel: Flach und ziemlich schmal zwischen den Ohren, zu den Augen hin noch etwas schmaler werdend.
Stop: Kaum sichtbar, lediglich im Profil.
Nasenschwamm: Muss schwarz sein.
Lefzen: Sollten gut anliegen und außen fast schwarz sein.
Kiefer / Zähne: Die Kiefer müssen kräftig, gut bemuskelt und von einer Länge sein, die ein gutes Zupacken ermöglicht. Die Zähne sollten kräftig, ebenmäßig, sauber und gesund sein; die obere Schneidezahnreihe greift leicht über die untere.
Wangen: Nicht zu voll. Sie sollte unter den Augen leicht abfallen, damit nichts an den Kopf eines Greyhounds erinnert.
Augen: Sollten dunkel und klein sein, nicht vorstehen und voller Leben, Feuer und Intelligenz sein. Gelbe oder helle Augen sind äußerst fehlerhaft.
Ohren: Klein, V-förmig, mäßig dick und gut auf dem Kopf angesetzt; sie fallen dicht an den Wangen nach vorn. Die obere Linie des gefalteten Ohres sollte sich gut oberhalb der Schädeldecke befinden. Ein Ohr, das, wie beim Laufhund, an der Seite des Kopfes herabhängt, ist nicht charakteristisch für diesen Terrier, wobei allerdings ein halb aufrechtes Ohr noch weniger erwünscht ist. Die Behaarung auf den Ohren sollte kurz sein und dunkler in der Farbe als das Körperhaar.
Hals: Sollte von ansehnlicher Länge sein und sich zu den Schultern hin allmählich verbreitern; er sollte gut getragen werden und keine lose Kehlhaut aufweisen. An beiden Seiten bildet sich gewöhnlich eine leicht Halskrause, die fast bis zum Ohransatz verläuft.
Körper eines Irish Terriers
Sollte ausgewogen sein, weder zu lang noch zu kurz.
Rücken: Sollte kräftig und gerade sein, ohne jegliches Anzeigen von Schlaffheit hinter den Schultern.
Lendenpartie: Muskulös und sehr leicht gebogen. Eine Hündin darf in der Lendenpartie etwas länger sein als ein Rüde.
Brust: Tief und muskulös, jedoch nicht mächtig oder breit, mit gut gebogenen Rippen; eher tief als rund, wobei die Rippen gut nach hinten reichen.
Rute: Sollte ziemlich hoch angesetzt sein und fröhlich getragen werden, jedoch nicht über den Rücken gezogen oder geringelt sein. Sie sollte eine gute Stärke und Substanz haben und ziemlich lang sein; üblicherweise wird sie auf 2/3 der Gesamtlänge kupiert. Sie ist gut von rauem Haar bedeckt und frei von jeglicher Franse oder Befederung. In Ländern mit gesetzlichem Rutenkupierverbot ist nur die naturbelassene (unkupierte) Rute zulässig.
Gliedmaßen: Sowohl die Vorder- als auch die Hinterläufe sollten in der Bewegung gerade nach vorn geführt werden.
Vorderhand / Schultern: Müssen klar umrissen, lang und schräg gelagert sein.
Ellenbogen: Sie arbeiten frei an den Körperseiten.
Unterarm: Mäßig lang, vollkommen gerade mit viel Knochenstärke und Muskulatur.
Vordermittelfuß: Kurz und gerade, sein Ansatz kaum zu erkennen.
Hinterhand: Sollte stark und muskulös sein.
Schenkel: Kraftvoll.
Kniegelenke: Mäßig gewinkelt.
Sprunggelenke: Sie stehen tief über dem Boden.
Pfoten: Sollten kräftig, ziemlich rund und mäßig klein sein; die Zehen sind gebogen und stehen weder nach außen noch nach innen; schwarze Krallen sind äußerst erwünscht. Die Ballen sind gebrauchstüchtig und frei von Rissen oder brüchigen Wucherungen.
Gangart / Bewegung: Vorder- und Hinterläufe werden gerade und parallel nach vorn geführt, die Ellenbogen bewegen sich parallel zum Körper und arbeiten frei an dessen Seite; die Kniegelenke drehen weder einwärts noch auswärts.
Haarkleid eines Irish Terriers
Haar: Sollte dicht und drahtig in der Textur sein, gebrochen („broken“, harsch und hart) erscheinen und dennoch flach anliegen, wobei die einzelnen Haare so dicht und stark nebeneinander wachsen, dass die Haut nicht zu sehen ist, selbst wenn man das Haar mit den Fingern teilt; das Haar ist weder weich noch seidig und, besonders an der Hinterhand, keinesfalls so lang, dass die Körperumrisse verdeckt würden, und es ist frei von Locken oder Kräuselung.
Das Haar am Gesichtsbereich ist genauso zu beschreiben wie das des Körpers, es erscheint jedoch kurz (ca. 0,75 cm lang), fast glatt und gerade; ein angedeuteter Bart zeigt die einzigen langen Haare (und diese lang nur im Vergleich mit dem übrigen Haar), die erlaubt sind, ein Charakteristikum. Ein „Ziegenbart“ deutet auf seidiges, schlechtes Haar am gesamt Körper hin.
Läufe: Nicht befedert und, ebenso wie der Kopf, mit Haar bedeckt, das genauso hart, jedoch nicht so lang ist wie das Körperhaar.
Farbe: Der Hund sollte einheitlich rot, rot-weizenfarben oder gelblich-rot sein. Weiß findet sich gelegentlich an der Brust. Einen kleinen weißen Fleck findet man bei allen einfarbigen Rassen dort häufig.
Größe und Gewicht eines Irish Terriers
Schulterhöhe: Annähernd 18 inches (45,5 cm)
Gewicht: Rüden: 27 lbs (12,25 kg), Hündinnen: 25 lbs (11,4 kg)
Fehler bei einem Irish Terrier
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Ausschließende Fehler
• Nase: Jede andere Farbe als Schwarz.
• Gebiss: Deutlicher Vor- oder Rückbiss.
• Farbe: Jede andere Farbe als Rot, gelbliches Rot oder Rotweizen. Ein kleiner weißer Fleck an der Brust ist wie bei anderen einheitlich gefärbten Rassen erlaubt.
• Pfoten: Brüchige Wucherungen oder Risse an den Ballen.
N.B. Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
Das attraktive Äußere des Irish Terriers ist das eine. Seine Schokoladenseite hat der Irish für uns aber in seinem goldenen Inneren. Sein „Charakter, Wesen und Eigenschaften“ machen den Irish Terrier einzigartig und mit keiner anderen Rasse vergleichbar. Glaubt ihr nicht? Ist aber so! Alle Irish Terrier Besitzer werden dies bestätigen können ... Wartet ab, bis ihr einen habt, dann reden wir weiter ... ;)

EIN UNVERFÄLSCHTER CHARAKTER
„Es mag eine ganz besonders geschickte, irische Schmeichelei sein, durch die er die Herzen gewinnt, gewisslich beherrscht er die irische Kunst, Zuneigung und Vergebung zu erzwingen.
Man schätzt ihn hoch, nicht wegen der Schönheit seines Haarkleides, wegen seiner kerzengeraden Vorderläufe, wegen des Ansatzes von Auge und Ohr, der gerade Rückenlinie oder seiner Fähigkeit, Preise zu gewinnen. Man liebt ihn wegen der Lauterkeit, der Unverfälschtheit seines Charakters.“
stellt Tom Horner in seinem Buch „Terrier der Welt“ über Irish Terrier fest.