
Vom Irish Terrier Welpen zum Junghund
Eine spannende, fordernde und anspruchsvolle Zeit vor allem für die neuen Besitzer. Viele Fragen stellen sich einem, auch wenn man noch soviel gelesen, sich vorbereitet und informiert hat. Im Alltag sind diese Informationen auch schnell vergessen, denn der kleine Wirbelwind fordert die ganze Aufmerksamkeit und hält seine neue Familie ganz schön auf Trab.
Hier möchten wir ein paar der immer wiederkehrenden Fragen kurz behandeln und zeigen, dass ein Irish Terrier Welpe ein ganz normaler Welpe ist, wenn auch besonders neugierig, pfiffig und zum Teil auch anstrengend. Aber keine Sorge: die Zeit vergeht wie im Flug und ratz-fatz ist aus dem kleinen roten Kobold ein großer Freund fürs Leben geworden.




Danke an Sabine Olk für die tollen Fotos von ihrer zuckersüßen und bildschönen Grete.
Sein neues Zuhause
Das Herauslösen aus der gewohnten Umgebung, die Fahrt in das neue Zuhause kann ein wenig Stress erzeugen. In der Regel verträgt der Welpe die Autofahrt ganz gut und verschläft die meiste Zeit. Die allermeisten Welpen von uns haben keine Eingewöhnungszeit gebraucht. „Hoppla, jetzt komm ich!“ ist da eher die Devise.
Nach zwei bis drei Tagen will er überall mit hin. Er muss möglichst viele Eindrücke sammlen können und Kontakte zu anderen Hunden und Menschen erhalten. Auch wird er sich über den Besuch in einer guten Welpenschule sicherlich freuen, wo er schnell zum Klassenprimus aufsteigen wird.
Die ersten paar Wochen sollte er möglichst Treppen hinauf und vor allem hinunter getragen werden, damit seine Schultern, Gelenke und Sehnen nicht überlastet werden. Macht Steckdosen vor ihm sicher, räumt alles weg, was er nicht anknabbern oder schreddern soll, sichert offene Treppen und am besten macht ihr auch euer Grundstück ausbruchsicher. Teppiche aufrollen nicht vergessen!
Sein Lager
Eine Box ist am Anfang für ihn das Beste, denn er ist ja noch nicht stubenrein. Nachts sollte die Hundebox geschlossen sein – tagsüber kann sie jedoch offen bleiben, außer, ihr geht mal ohne ihn weg, was er aber auch noch langsam lernen muss. Wir empfehlen für Hündinnen eine Hundebox in der Größe 5, für einen Rüden darf es eine Nummer größer sein, also die Größe 6.
Der Welpe bekommt 3 x am Tag sein Futter, erst so in einem Alter von 6 Monaten könnt ihr auf 2 x am Tag umstellen. Ab dem 6. Monat ernährt ihr ihn bitte wie einen erwachsenen Hund und dann auch kein Junghundefutter oder Welpenfutter geben, sondern ganz normales Erwachsenenfutter, damit der Teenie nicht zu schnell wächst. Bei uns werden die Welpen sowohl an Trockenfutter, Nassfutter wie auch an Barf gewöhnt, und ihr könnt von heute auf morgen den Welpen so ernähren, wie ihr das für richtig haltet. Hier wird es zu keinen Umstellungsproblemen kommen.
Leckerlies und Belohungen gibt es nicht on top, sondern zieht diese Kalorien vom Hauptfutter ab.
Wir wiegen das Futter nie ab, sondern geben „aus dem Bauch heraus“. Achtet einfach auf seine Figur: Die Rippen sollten nicht sichtbar aber tastbar sein. Und wenn ihr den Welpen, wie den Junghund sowie später den erwachsenen Irish von oben betrachtet, dann sollte er deutlich wahrnehmbar eine Taille haben.
Hier muss der Kleine noch einiges lernen. In seine Höhle, sprich Box, macht er nichts rein, denn wer will schon im Nassen schlafen? Jedoch, wenn er in der Wohnung umher läuft, muss er mindestens alle 2 Stunden nach draußen, je jünger, umso öfter. Große Spaziergänge wird er anfangs noch nicht unternehmen können, denn bis er sich alles angeschaut und beschnuppert hat, vergeht die Zeit wie im Fluge und es heißt, die Eindrücke zu verarbeiten. Manchmal vergessen Welpen vor lauter Aufregung und Ablenkung auch, Pipi draußen zu machen und erleichtern sich dann in Ruhe und ohne Ablenkung gemütlich im Haus, das sie ja schon kennen.
Wenn der Welpe dann endlich Groß und Klein draußen gemacht hat, freut er sich ganz doll über ein überschwengliches Lob und lernt dadurch viel schneller, was er soll und was nicht. Auf jeden Fall immer nach dem Essen, Spielen und Schlafen nach draußen mit ihm – und zwar am besten auf dem Arm und ohne Umwege!
Die ersten zwei drei Nächte empfehlen wir, den Welpen noch einmal mitten in der Nacht nach draußen zu tragen. Danach schlafen dann die meisten auch schon von gut 23 Uhr bis morgens 5 oder 6 Uhr durch. Immer, wenn ihr denkt „Ich könnte mal wieder mit ihm raus ...“, tut das am besten gleich, denn das Gefühl trügt nicht. Alles stehen und liegen lassen, Welpen schnappen und raus mit ihm. Verlässlich stubenrein sind die meisten Irish so zwischen dem 6. und 7. Monat. Je aufmerksamer ihr seid, umso schneller geht es.
Spielzeug
Stöckchen und Steine sind tabu! Verwendet hundegerechtes „großes“ Spielzeug, das nicht verschluckt werden kann. Welpen lieben alles, was quietscht und euch den Nerv tötet – doch Vorsicht: diese Spielzeuge fördern den Jagdtrieb. Ziehspielchen machen sie natürlich auch gerne, jedoch solltet ihr am anderen Ende nicht feste gegenziehen, sondern einfach nur festhalten. Alles, was den Welpen beschäftigt, ihn geistig auslastet oder auch mal müde macht, ist prima. Der Fachhandel kennt zahlreiches Spielzeug, das geeignet ist. Investiert nicht zuviel! Schnell ist die erste Begeisterung für ein Spielzeug verflogen, und es wird nicht mehr benutzt. Immer mal wieder Spielzeug wegnehmen und später erneut anbieten. Achtet bitte auch auf vernünftiges Material, das der Welpe nicht pulverisieren kann. Investiert lieber etwas mehr in nachhaltiges Spielzeug.
Ausstattung & Zubehör
Was baucht ein Welpe am Anfang?
Welpenleine und -halsband: nichts teures kaufen, da der Welpe schnell wächst. eine Standardleine von z.B. Trixie, Wolters oder Karlie reicht völlig. Größe, meist -1, 0 oder XS, je nach Hersteller.
Hundegeschirr: am besten mit dem Welpen einen guten Fachhandel besuchen, wo das Geschirr professionell angepasst wird, denn das ist das Entscheidende! Evtl. zu Hunde-Physiotherapeuten gehen, die oftmals auch wertige Geschirre und Zubehör anbieten und ein für den Körper geeignetes Modell finden.
Wasser- und Fressnapf: zwei mittelgroße Näpfe aus Edelstahl oder Keramik sind völlig ausreichend.
Liegeplatz: hier am besten mindestens zwei Decken, Kissen oder Vetbeds kaufen, die man wechseln und waschen kann.
Hundebox: am besten direkt die Box aus Kunststoff für den erwachsenen Hund kaufen: Für eine Hündin die Größe 5, für einen etwas größeren Rüden, die Größe 6. Verzichtet auf die faltbaren Stoffboxen mit Netz und Reißverschluss. Wenn mal was danebengeht, sind diese nicht sonderlich hygienisch. Aber vorher wird der Welpe diese Stoffbox wahrscheinlich eh in seine Einzelteile schon zerlegt haben.Terrierstriegel bzw. Metallkamm: Der Striegel sollte von robuster Qualität sein und die Stahlstifte abgerundet und keine weißen Noppen haben. Bei einem Kamm tun Modelle gute Dienste, die zwei Sorten Zähne mit unterschiedlichen Abständen haben, fürs Grobe und fürs Feine.
Wir übergeben unsere Welpen im Alter von 9 Wochen natürlich abgetrimmt an die neuen Familien. Somit habt ihr für die ersten 4 Monate einmal Ruhe. Damit der Welpe sich an das Procedere des Trimmens gewöhnt, solltet ihr ihn regelmäßig auf einen stabilen, rutschfesten Trimmtisch stellen. Kämmt ihn liebevoll überall mit dem Terrierstriegel durch, damit das Fell sauber bleibt und er lernt, dass an ihm gearbeitet wird. Bürstet ihn, schaut ihm in den Fang und in die Ohren, fasst ihn an den Pfoten an, kontrolliert seine Pfoten und Zehenzwischenräume und schneidet ab uns zu Po, Genitalbereich und Ohren sauber. Anonsten bedarf die Fellpflege keiner besonderen Zuwendung. Kämmen, bürsten, fertig.
Für das erste Trimmen ist er erst in einem Alter von 6 Monaten fällig. Dann ist er schon Junghund und hat auf dem Tisch mehr Geduld. Wir trimmen das erste Mal in Etappen von 30 bis 45 Minuten, damit er nicht gleich überfordert und zu ungeduldig wird.
Ganz wichtig ist auch, dass ihr ihm die Zähne kontrolliert und in sein Mäulchen schaut. Das mag er zwar nicht besonders, muss aber sein und er gewöhnt sich auch daran.
Während des Zahnwechsels, so um den 5. Monat, manchmal auch schon früher, wenn die Backenzähne durchstoßen, kann es sein, dass der Welpe seine Ohren nicht schön trägt. Dann ist es Zeit, die Ohren zu kleben. Tut nicht weh, ist nur ungewohnt und nervt.
Was genau wird eigentlich beim Kleben gemacht?
Man fixiert mit einem Spezialkleber auf Latex-Basis die Ohren für eine geraume Zeit (ca. zwei Wochen) in der perfekten Stellung mit dem Oberkopf. Dabei werden die Haare der inneren Ohrlappen mit dem Fell am Kopf verklebt. Die tragenden Knicke und Falten werden in Form gebracht und man hofft, dass der Knorpel dann in dieser Form wächst und dauerhaft bleibt. Ähnlich wie eine Zahnspange beim Menschen ist das für den Hund störend aber nicht schmerzhaft. Manchmal hat man es nach einem Mal Kleben schon geschafft, manchmal muss man zwei dreimal kleben und manchmal hat auch das häufigste Kleben der Ohren keinen Erfolg und sie hängen entweder wie bei einem Dackel oder stehen wie bei einem Schäferhund. Eine Garantie auf schöne Ohren gibt es leider nicht. Der Liebe zum Tier sollte es keinen Abbruch tun.
Impfen
Mit 12 Wochen muss der Welpe wieder zum Tierarzt und dann mit 16 Wochen noch einmal für die letzte Impfung. Impfpass nicht vergessen! Danach reicht ein Impfen alle ein bzw. alle drei Jahre je nach Impfstoff. Unsere Empfehlung: Bitte lasst ihn auch gegen Zwingerhusten und Borreliose impfen. Macht am besten auch regelmäßig eine Zeckenprophylaxe, damit euer Irish gesund bleibt.
Entwurmen
Damit der Hund nicht unnötig Chemie verabreicht bekommt, lasst doch von Zeit zu Zeit den Kot untersuchen und entscheidet mit dem Tierarzt, ob ein Entwurmen sinnvoll ist. Dies ist vor allem von der Haltungsweise des Hundes abhängig: Darf er z.B. frei im Wald laufen oder ist er auf einem Pferdehof mit leckeren Pferdeäpfeln unterwegs? Dann steht ein regelmäßiges Entwurmen öfters auf der Tagesordnung.
Wir geben unsere Welpen entwurmt ab, die bis zu ihrer 8. Woche vorschriftsmäßig 4 x entwurmt werden.
Pubertät und Läufigkeit
Es gibt frühreife Junghunde, die schon mit 6 Monaten erste Anzeichen der Pubertät zeigen, andere brauchen etwas länger, bis Jungs mit Beginn ihrer Pubertät ihr Bein heben bzw. bis bei den Mädchen die erste Läufigkeit einsetzt. Ganz grob gesagt geschieht das zwischen dem 6. und 12. Monat. Die Regel liegt wie immer eher in der Mitte.
Zahnwechsel
Bei einem Welpen beginnt der Zahnwechsel ab der 12. Lebenswoche. Dann findet man plötzlich einige reiskorn-große Zähne im Haus. Für einige Hunde ist der Zahnwechsel schmerzhaft und mit körperlichen Problemen verbunden. Hier kann kühlendes Spielzeug oder auch Kamillentee in Eiswürfelform lindern.
Bis zum 6. Monat sind alle Milchzähne ausgefallen und die bleibenden Zähne durchbrochen. Wenn ihr nach dem 6. Lebensmonat noch Milchzähne im Maul eures Junghundes entdecken könnt, weil diese persistierend sind, dann solltet ihr euren Tierarzt konsultieren, um weitere Probleme zu vermeiden. In der Regel fallen die Milchzähne von alleine aus, was ihr durch härtere Knabberstangen, Ochsenziemer oder Schweineohren unterstützen könnt.
Wachstumsende
Normalerweise ist ein Irish im Alter von 8 bis 10 Monaten ausgewachsen, dann hat er seine Endgröße erreicht und gewinnt lediglich noch an Statur und Substanz. Aus einem schlaksigen Teenager wird ab dem 1. Jahr dann ein gestandener Erwachsener.
Decke gegen Heimweh
Nein, der Welpe braucht in seinem neuen Zuhause keine Decke, die nach Mama oder Wurfgeschwistern riecht. Wir haben noch nie erlebt, dass ein Welpe trauert, Heimweh hat oder vor Kummer nicht frisst. Diese sehr menschlichen Gedanken, den Welpen sanft in seine neue Familie mit Hilfe eines für den Welpen völlig uninteressanten Stückes Stoff zu integrieren, darf man getrost als Gefühlsduselei und Sozialromantik abtun. Irish Terrier Welpen haben gar keine Zeit für sowas, denn das neue Zuhause und die neuen Menschen sind viel interessanter als der olle Stoff, der nur nach Altbekanntem riecht. Wenn ihr dem Welpen etwas Gutes tun wollt, beschäftigt ihn und macht intensives Bonding. Dann sind Mama, die Geschwister und die Züchter schnell vergessen.
Wasser- und Fressnapf erhöht hinstellen, um Haltungsschäden vorzubeugen
Hmmm, was macht eigentlich ein Wolfswelpe, der aus einem Bach oder einer Pfütze Wasser trinken und der sich zum Fressen nach unten beugen muss, weil er keinen erhöhten Napfständer hat? Wird er Probleme mit dem Rücken kriegen? Wird sein Hals unnatürlich nach unten wachsen oder werden seine Beine sich gar dauerhaft spreizen? Ja, ja, in den 30 Sekunden, in denen der Welpe dreimal täglich frisst, liegen schon Gefahren fürs ganze Leben ... ;)
Futter langsam umstellen ...
... und zwar genauso, wie Mutter Natur das mit den Wolfswelpen macht: Morgens fängt Mama Wolf ein Karnickel, das genüßlich an die Welpen verfüttert wird. Sie behält dann etwas von dem leckeren Kaninchen zurück, damit sie es abends mit dem Rebhuhn vermischen kann, so dass sich der Magen und der Darm nicht vor den Kopf gestoßen fühlen. Was für ein Mumpitz! Wer denkt sich sowas nur aus?
Wir füttern unseren Welpen morgens etwas anderes als mittags und abends wiederum etwas anderes. Gesunde Welpen müssen einfach alles verdauen können, so wie in der freien Natur die Caniden auch! Bei unseren Welpen gab es damit auch noch nie Probleme. Sicherlich wird es auch Welpen geben, die das ein oder andere Futter nicht mögen oder vertragen. Dann lässt man das eben weg. Oder wie macht ihr das bei euch selbst, wenn ihr etwas nicht vertragt? Und schaut ihr auch, dass ihr von morgens bis abends über den Tag gesehen die Nahrungsmittel aufeinander abstimmt und langsam in kleinen Portionen anpasst? Kein weiterer Kommentar nötig ...
5 Minuten Spaziergang pro Lebensmonat
Man stelle sich vor: Mama Wolf zieht mit ihrem kleine Rudel durch das Dickicht auf der Suche nach Nahrung oder einfach, um ihr Revier zu kontrollieren. Plötzlich interveniert eines ihrer 8 Wochen alten Welpen, zeigt ihr die rote Karte und weigert sich weiterzugehen, weil 10 Minuten vorbei sind ... nicht, dass er noch körperlichen oder seelischen Schaden nimmt. Hinter dieser dubiosen 5-Minuten-Faustformel steckt sicherlich eine gute Absicht, nämlich den Welpen nicht zu überfordern. Einverstanden. Doch diese Formel geht tatsächlich an der Realität vorbei. Unsere Empfehlung: achtet einfach darauf, wie euer Welpe reagiert, ob er noch neugierig und fidel ist sowie Lust hat, die Welt zu entdecken. Der Welpe zeigt euch schon, wann es genug ist, was beim Irish selten vorkommt.
Der Kleine hat ja Welpenschutz
Schmarrn! Welpenschutz gibt es nur im eigenen Rudel und das auch nur, solange der Welpe auch tatsächlich Welpe ist, nämlich bis max. 4 Monate. Richtig sozialisierte, erwachsene Hunde verhalten sich überwiegend tolerant und nachsichtig gegenüber dem aufmüpfigen Nachwuchs. Doch auch bei dem gutmütigsten Hund kann ein nerviger Welpe das Fass zum Überlaufen bringen und dann maßregelt er den Zwerg. Zudem gibt es erwachsene Hunde, die „Kids“ einfach grundsätzlich nicht ausstehen können. Entsprechend sollten Halter ihren Welpen nicht zu jedem Hund hinlassen. Denn wenn etwas passiert, sammelt der Welpe schlechte Erfahrungen und kann für sein Leben lang Artgenossen gegenüber misstrauisch und vergräzt sein.
Ein sehr wichtiges Thema, das eine ganze Internetseite wert sein könnte. Wir und unsere bisherigen Welpenkäufer haben sowohl großartige wie auch grottige Erfahrungen machen dürfen. Man kann weder alle Hundeschulen noch alle Hundetrainer über einen Kamm scheren. Leider gibt es viele, die eher das Niveau „Hobby“ als das Niveau „Hoch“ haben. Das liegt an mehreren Gründen:
1. Viele Hundetrainer/innen fühlen sich bemüßigt, sich selbst zu verwirklichen, buchen den ein oder anderen klangvollen Kurs, legen eine Prüfung nach §11 Tierschutzgesetz ab und schmücken sich dann mit dem Titel „Hundetrainer“. Das Ergebnis ist oftmals Eididei und Dudidu. Damit kommt man allerdings bei einem durchsetzungsstarken Irish Terrier Welpen mit eigenen Ideen und eigenem Schädel nicht weiter.
Irish Terrier Welpen brauchen eine liebevolle und konsequente Erziehung ohne Härte und manchmal auch eine gewisse Körperlichkeit, so dass sie ihre Grenzen erkennen. Nicht falsch verstehen: hier geht es nicht darum, den Hund mit Schlägen zu erziehen, sondern dem Welpen wie im Hunderudel üblich die Grenzen aufzuzeigen.
2. Viele Hundetrainer kommen aus der Fraktion „Hütehund“, weil sie es toll finden, wenn ein Hund zu 100% funktioniert, ständig schaut, was will Herrchen / Frauchen von mir und dies dann auch noch mit einen beeindruckenden Will-to-please umsetzt. So denken und handeln aber Terrier nicht, denn mit diesen Eigenschaften sind sie auch nicht gebraucht und gezüchtet worden. Deshalb scheitern so viele Terrier in den Hundeschulen und werden dort gemobbt, weil sie als rabaukig, unerziehbar und einfach zu kompliziert gelten. Diese Hundetrainer verstehen aber nicht, dass ein Terrier anders tickt und erzogen werden muss als ein Hütehund, Retriever, Pudel oder Gesellschaftshund.
3. Die Erwartungen, die Hundetrainer und auch Besitzer an ihre Hunde stellen, ist oftmals viel zu hoch. Der Hund sollte ein Familienmitglied sein, das sich harmonisch in das Familienleben integriert und überall mit dabei sein kann. Entsprechend muss der Hund lernen, was geht, was nicht und in welchen Situationen er wie zu reagieren hat. Aber er ist und bleibt ein Hund. Seine Eltern waren schon Hunde. Viele Menschen lassen ihre Hunde nicht mehr Hund sein und erwarten einen stets gelassenen, stets einwandfrei funktionierenden und sich selbst kontrollierenden Hund. Impulskontrolle ist das Stichwort, das mache Hundetrainer bis zum Exzess trainieren und fordern. Dass sie damit den Terrier brechen und kaputt machen, kommt ihnen nicht in den Sinn.
Erziehung eines Irish Terrier Welpen – eine echte Herausforderung mit lebenslanger Belohnung
Ein kleiner Irish Terrier zieht bei dir ein – voller Charme, Energie und kluger Augen, die dir tief ins Herz blicken. Doch so bezaubernd dieser junge Hund auch ist, er bringt nicht nur Freude, sondern auch eine enorme Verantwortung mit sich. Die Erziehung eines Irish Terrier Welpen ist keine Nebensache, sondern eine der forderndsten Aufgaben, denen du dich als Hundehalter stellen wirst. Und: Sie beginnt am ersten Tag – nicht irgendwann „später“.
Irish Terrier sind intelligente, eigenständige und temperamentvolle Hunde mit einem starken Willen.
Genau das macht sie so besonders – aber auch so anspruchsvoll. Sie brauchen eine Erziehung, die liebevoll konsequent ist, die klare Grenzen setzt, ohne Härte, aber mit Klarheit. Du wirst lernen müssen, dich durchzusetzen – nicht mit Strenge, sondern mit souveräner Führung. Und ja: Es wird Tage geben, an denen du deine Geduld verlierst, deine Nerven blankliegen, und du dich fragst, ob du wirklich der Aufgabe gewachsen bist.
Ein Irish Terrier Welpe testet dich. Immer wieder. Und er braucht jemanden, der das aushält.
Du musst ihm die Welt erklären, ihn auf das Leben vorbereiten – mit all seinen Herausforderungen. Das bedeutet nicht nur, Sitz und Platz zu üben, sondern auch Frustrationstoleranz zu fördern, Impulse zu kontrollieren und Alltagssituationen gemeinsam zu meistern. Dabei spielt auch eine gewisse körperliche Kommunikation eine Rolle – ähnlich wie im Hunderudel. Ein leichtes Blockieren, ein klares Nein, ein aufrechter Stand: Dein Körper spricht, oft lauter als deine Worte.
Geduld ist dabei kein Luxus, sondern Notwendigkeit.
Du wirst Rückschritte erleben, Rückfragen deines Hundes, ob du es wirklich ernst meinst – gerade in der Pubertät. Und dann braucht es deine innere Ruhe, deine Standhaftigkeit und deine Fähigkeit, auch nach einem schlechten Tag liebevoll weiterzumachen.
Suche dir frühzeitig Unterstützung durch eine gute Hundeschule, die gewaltfrei und mit Sachverstand arbeitet. Nicht jeder Trainer passt zu jedem Hund – oder zu dir. Achte auf eine ruhige Atmosphäre, kleine Gruppen, klare Kommunikation. Guter Rat ist hier Gold wert, denn falsche Weichenstellungen in der Welpenzeit können später schwer korrigiert werden.
Vergiss bei allem Erziehen das Erleben nicht:
Dein Welpe braucht Abenteuer, neue Eindrücke, andere Hunde, Umweltreize. Er muss lernen, dass das Leben bunt ist, aber auch Regeln hat. Und dass du seine sichere Basis bist. Dafür braucht es Struktur, aber auch viel Herz.
Und ja – das erste Jahr ist anstrengend. Richtig anstrengend.
Es kostet Zeit, Kraft, Nerven und manchmal auch Tränen. Du wirst dich infrage stellen, dich ärgern, erschöpft ins Bett fallen – und trotzdem weitermachen. Warum? Weil du wächst. Und dein Hund mit dir.
Die Erziehung eines Irish Terrier Welpen verlangt dir viel ab. Aber sie gibt dir mehr zurück, als du jetzt vielleicht ahnst.
Denn wenn du es schaffst, wirst du am Ende dieses ersten Jahres nicht nur auf einen wohlerzogenen jungen Hund blicken – sondern auf einen echten Kameraden fürs Leben, der mit dir durch dick und dünn geht. Und das ist jede Mühe wert.
Was bedeutet „Prägephase“?
Unter der Prägephase versteht man den Zeitraum, in dem das Gehirn des Welpen besonders aufnahmebereit ist für neue Reize, Sozialkontakte und Umweltinformationen. Diese Phase ist biologisch begrenzt und erstreckt sich etwa vom 3. bis zum 16. Lebenswoche. Was ein Hund in dieser Zeit erlebt (oder eben nicht erlebt), speichert er tief ab. Positive Erfahrungen bilden die Basis für Vertrauen und Sicherheit, negative oder fehlende Erfahrungen können dagegen lebenslang Unsicherheiten, Angst oder problematisches Verhalten begünstigen.
Der Irish Terrier ist von Natur aus intelligent, neugierig und mutig – Eigenschaften, die ihn zu einem großartigen Begleiter machen. Doch gerade seine Eigenständigkeit verlangt, dass er in der Prägephase klar lernt, woran er sich orientieren kann: an dir.
Sozialisierung – mehr als nur „unter Leute gehen“
Oft wird Sozialisierung mit „möglichst vielen Kontakten“ verwechselt. Tatsächlich geht es nicht um Quantität, sondern um Qualität der Erfahrungen. Eine gute Sozialisierung bedeutet:
• Artenübergreifende Sozialkontakte: Begegnungen mit Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Aussehens, ruhigen und sicheren Hunden verschiedener Größen und Rassen.
• Umweltgewöhnung: Kennenlernen verschiedener Geräusche (Staubsauger, Straßenlärm, Kinderstimmen), Untergründe (Gras, Asphalt, Kies, Gitterroste), Bewegungen (Radfahrer, Jogger, Autos) und Umgebungen (Stadt, Land, Wald, Gewässer).
• Körpersprachliche Sicherheit: Lernen, auf Signale von Mensch und Hund zu reagieren, Grenzen zu akzeptieren und angemessen zu kommunizieren.
Entscheidend ist, dass jede neue Erfahrung kontrolliert, positiv und stressarm erfolgt. Ein überforderter Welpe verknüpft Situationen negativ – das kann zu Meideverhalten oder Angst führen.
Vorarbeit in unserer Zuchtstätte
Bei uns werden die Welpen in einer reizreichen, sicheren Umgebung großgezogen. Sie lernen Alltagsgeräusche kennen, erleben den Kontakt zu verschiedenen Menschen, spielen auf unterschiedlichen Untergründen und werden regelmäßig in neue, positive Situationen geführt. So erhältst du einen bereits geschliffenen Rohdiamanten, der neugierig, sicher und lernbereit ist.
Die Verantwortung der neuen Familie
Mit der Abgabe des Welpen – meist zwischen der 9. und 10. Woche – bist du in der Verantwortung, den begonnenen Weg fortzusetzen. Die Sozialisierung endet nicht beim Züchter, sondern geht nahtlos weiter. Dein Welpe ist nun neurologisch und psychisch bereit, die Welt zu entdecken, braucht aber deinen Schutz und deine Führung.
Wichtige Grundsätze:
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Langsam steigern – Neue Eindrücke dosiert anbieten, Pausen einplanen, Überforderung vermeiden.
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Positive Verknüpfung schaffen – Jede neue Situation mit Futter, Spiel oder Lob absichern.
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Sicherheit ausstrahlen – Du bist der ruhige Pol, an dem sich der Welpe orientiert.
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Regeln etablieren – Konsequenz von Beginn an, ohne Härte, aber mit Klarheit.
Typische Inhalte einer gelungenen Sozialisierungsphase
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Spaziergänge an verschiedenen Orten: ruhige Wohngegend, belebter Park, Bahnhofsvorplatz.
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Begegnungen mit Menschen in Rollstühlen, mit Krücken, in Uniformen oder mit Hüten.
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Kurze Fahrten im Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln.
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Erste, kontrollierte Begegnungen mit anderen Tieren (z. B. Pferde, Katzen – immer unter Aufsicht).
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Spielerisches Kennenlernen von Pflegehandlungen: Bürsten, Ohrenkontrolle, Zähne zeigen.
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Training kleiner Alltagssituationen: Warten vor einer Tür, ruhiges Sitzen im Café, Rückruf im Garten.
Warum gerade beim Irish Terrier wichtig?
Irish Terrier sind wach, eigenständig und besitzen ein gesundes Selbstbewusstsein. Diese Qualitäten brauchen in jungen Jahren ein stabiles Gerüst aus klaren Strukturen, positiven Erfahrungen und sozialer Sicherheit. Ohne gezielte Sozialisierung kann ihre natürliche Eigenständigkeit in Sturheit oder Dominanz umschlagen. Mit guter Prägung dagegen entwickelt sich ein souveräner, zuverlässiger Hund, der überall entspannt auftritt.
Alles, was du jetzt investierst – Zeit, Geduld, Ideen – zahlt sich über die nächsten 12–15 Jahre aus. Dein Welpe lernt, dass die Welt sicher und spannend ist, dass du sein verlässlicher Partner bist und dass Regeln Orientierung geben. So entsteht aus dem „Rohdiamanten“ ein wertvoller, einzigartiger Gefährte, der dich überallhin begleiten kann.

EIN HAUCH VON TEUFEL
„Sie sind so fröhliche, unkompliziert aussehende Kerle, und der Hauch von „Teufel“, den sie alle in ihrem Wesen tragen, macht sie für Terrierliebhaber besonders attraktiv.“
findet Vero Shaw in seinem Buch „The Illustrated Book of the Dog“